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Großwarasdorf

Eingebettet im Zentrum des Oberpullendorfer Beckens, im Tal des Raidingbaches, liegt die Großgemeinde Großwarasdorf mit ihren Ortsteilen Kleinwarasdorf, Nebersdorf und Langental. Die Landschaft wird von langgestreckten Höhenrücken und Terassen mit breiten Muldentälern bestimmt. Gegen Osten hin wird das Becken flacher und waldärmer und geht schließlich in die Westungarische Tiefebene über.

Seit dem Beginn der Jungsteinzeit vor rund 8000 Jahren haben Menschen in unserem Gebiet gesiedelt. Die ältesten Nachweise stammen von Bewohnern, die vor allem entlang des Nikitschbaches überwiegend von Ackerbau und Viehzucht lebten.

Mit dem Einsetzen der Eisenzeit (750 v. Chr.) gelangten die damaligen Siedlungen im heutigen Gemeindegebiet von Großwarasdorf durch seine reichlichen Vorkommen an Raseneisenerz zu wirtschaftlicher Bedeutung. Die wichtigsten und umfangreichsten eisenzeitlichen Funde (vor allem Eisenverhüttungsanlagen) stammen von den Kelten (450 v. Chr.). Mit der Okkupation weiter Gebiete Österreichs durch die Römer kurz nach Christi Geburt wurde auch unsere Region Teil des römischen Imperiums. Die Trasse der ehemals größten Römerstraße des mittleren Burgenlandes, die Bernsteinstraße – ein wichtiger Handels- und militärischer Nachschubweg – verlief durch unser Gemeindegebiet. Zahlreiche archäologische Funde bezeugen die damalige Anwesenheit der Römer (1. – 4. Jh. n. Chr.).

Vor der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahre 1194 und 1195 hatte Großwarasdorf wahrscheinlich den Namen „Baran“ getragen. Diese erste Erwähnung war im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Klostermarienberg erfolgt. Die Stiftungsabsicht von 1194 gilt als Ersturkunde; die Zustimmung zur Stiftungsabsicht erfolgte 1195 durch den ungarischen König Béla III. In letzterer Urkunde scheint der deutsche Name „Barastorf“ auf, von dem sich der heutige Name Boristof/Warasdorf ableitet.



Durch die Folgen der Pest (1409/10), die Grenzkämpfe in der zweiten Hälfte des 15. Jh. Und die daraus resultierende Wirtschaftskrise sowie durch die Türkenkriege (1532 Belagerung von Güns) waren die Dörfer unserer Gemeinde in der ersten Hälfte des 16. Jh. fast völlig entvölkert. Die Adeligen dieses Gebietes waren nun gezwungen, ihre Besitzungen mit neuen Siedlern wieder aufzufüllen. Dafür boten sich die Kroaten an, die sich teilweise vor den anstürmenden Türken aus ihrer Heimat Richtung Norden zurückgezogen hatten, nun auf Betreiben der Grundherrschaft die ödestehenden Gehöfte übernahmen und die teilweise verwüsteten Dörfer wieder aufbauten. Schon 1546 wurden die ersten Kroaten in Großwarasdorf erwähnt, in einem Urbar der Herrschaft Güns aus dem Jahr 1568 findet man rund die Hälfte der Bevölkerung als kroatisch-sprachig vor; nach 1569 stellten die Kroaten durch zusätzlichen Zuzug bald die Mehrheit im Ort.

In einer 1557 erstellten Abfassung der verbindlichen Abgaben der Weinbauern an die Herrschaft von Deutschkreuz scheinen die Kroaten von Kleinwarasdorf bereits als Bevölkerungsmehrheit auf. Aus dem Urbar von 1597 ist ersichtlich, dass der Ort vollkommen durchorganisiert und eine eigene Gemeinde mit dem Namen Kis Borisdorff war. Im 17 Jh. war Großwarasdorf die einzige Postkutschenstation mit Pferdewechsel zwischen Ödenburg und Güns. Während in Großwarasdorf die Bevölkerungszahl ständig anwuchs und der Ort von der zweiten Hälfte des 19. Jh. bis zum Ersten Weltkrieg die meisten Einwohner hatte, war hingegen in Kleinwarasdorf die Einwohnerzahl zwar bis zur Bauernbefreiung des Jahres 1848 gestiegen, jedoch durch die anschließende Stagnation und Industrialisierung wieder geschrumpft. Großwarasdorf hätte im Jahr 1830 Bezirksvorort werden sollen, jedoch widersetzten sich die Bewohner diesem Vorhaben, und die damaligen ungarischen Behörden machten das in jener Zeit unscheinbare Oberpullendorf zum Bezirksvorort. Von dieser Tatsache lässt sich auch der Spitzname der Großwarasdorfer „varoscani“ (Städter) ableiten.

Der Erste Weltkrieg forderte zahlreiche Opfer unter den Bewohnern; dessen Ende brachte viele Veränderungen mit sich. Während der ersten Nachkriegsjahre bildeten die Arbeitsplatzbeschaffung und die geringe Verdienstmöglichkeit ein großes Problem. In dieser Zeit fällt auch der Höhepunkt der Auswanderungswelle nach Übersee. Ein großer Teil der Bevölkerung versuchte, durch Schmuggel von Industrieerzeugnissen nach Ungarn bzw. von landwirtschaftlichen Produkten nach Österreich zu einem Verdienst zu kommen. Nur langsam trat eine Besserung der Lage ein. Während des zweiten Weltkrieges blieb unsere Gemeinde noch weniger verschont als während des Ersten. In der Nachkriegszeit wandten sich immer mehr Bewohner von der Landwirtschaft ab und verdingten sich in handwerklichen Berufen oder auf dem Dienstleistungssektor.

Auf dem kulturellen Sektor ist vor allem die Kulturvereinigung KUGA hervorzuheben.
Diese organisiert kulturelle Veranstaltungen, sorgt für die außerschulische Bildung der Kinder, bietet Kurse für Erwachsene an und versucht, jegliches kreatives Schaffen zu fördern. Durch die Organisation zahlreicher Veranstaltungen ist die KUGA inzwischen auch zu einem ökonomischen Faktor für das Dorf und die Region geworden. Mit dem Kauf, Umbau und der Adaptierung der alten Schule wurde die KUGA nicht nur ein mittelburgenländisches Kuturzentrum, sondern auch ein interkulturelles Aktions-, Bildungs- und Kulturhaus.

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